Antrieb
Also, ich werde es nie verstehen. Aber interessieren würde es mich schon mal, was diese Leute antreibt.
Oder habe ich da vielleicht romantische Vorstellungen? Auf jeden Fall habe ich mir fest vorgenommen, wenn ich mal das verdiente Rentenalter erreicht habe, werde ich die Zeit nach dem arbeitsreichen Teil des Lebens (wahrscheinlich dann nach dem 75. Geburtstag, wenn die in Berlin so weitermachen) geniessen.
Morgens immer schön lange ausschlafen und den Tag langsam starten lassen.
Und nicht schon morgens um 7.30 Uhr die Theken der Bäckereien verstopfen, die Brotfachverkäuferinnen und anwesende Gleichalterige in belanglose Gespräche über die neuesten Schlagzeilen der noch belangloseren Bildzeitung verstricken und den Leuten, die sich morgens auf dem Weg zur Arbeit mal schnell eine Kleinigkeit zu essen holen wollen, mal so richtig auf die Nerven gehen. (Bevor das passiert, werde ich ernsthaft über ein sozial verträgliches Ableben nachdenken)
Ja, und wie ich Cent-Stücke aus meiner Geldbörse krame, werde ich auch vorher zu hause üben. Und immer meine Brille dabei haben. Ich schwöre.
Mann, ich sag nur 12 Minuten für ein Croissant. Und es waren nur drei Damen vor mir.

Die scheinen sich abzusprechen und das im Schichtbetrieb zu machen. Zur Mittagspause sind die nämlich auch sehr oft aktiv.
Für ein wenig Mailänder Salami mußte ich letztens auch sage und schreibe 8 Minuten warten. Zwei Kunden vor mir. Ich drückte den Altersdurchschnitt enorm.
Ja, genau. Die beliebtesten Zeiten um die Kaufsstätten zu verstopfen sind morgens, wenn andere zur Arbeit gehen, Mittagspausen und die Zeit zwischen 17.00 Uhr und 19.00 Uhr, wenn die arbeitende Bevölkerung Feierabend macht.